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Die Haubarge der Landschaft Eiderstedt

Bildurheber: Nordfriesland-Fotos JESSEN




Das typische
Bauernhaus der
Landschaft Eiderstedt
war der "Haubarg".


Als man die Deiche um die früheren inselartigen Lande Eiderstedt, Everschop und Utholm so hoch und fest errichtet hatte, daß die Sturmfluten den Bewohnern nichts mehr anhaben konnten, wurden große Gebäude benötigt, um das Korn einzulagern und im Winter zu dreschen. Daneben brauchte man Raum für das Vieh und das Heu.

Das gedroschene Korn und das Heu wurden in der Mitte dieses neuen Hauses einfach "Haubarg" genannt, hoch gestapelt. Um diese Mitte herum entstand die Wohnung, der Viehstall, der Pferdestall und die Tenne (Lohdiele), auf der im Winter das Korn gedroschen wurde.

Oft wurde eine "Haubargscheune" an das frühere kleinere "Langhaus" angebaut und mit einem kleineren Zwischenraum miteinander verbunden. Die ersten Haubarge wurden um 1600 in Eiderstedt errichtet, der Kern ist ein "Vierkant", der aus 4,6 oder 8 Ständern gebildet wurde. Diese Ständer waren aus Eichenholz ca. 8 m lang, 30 x 30 cm stark.

Um 1650 nahm man Kiefernholz, das wahrscheinlich aus Norwegen, Schweden oder Polen geholt wurde. Die Ständer mit den Querbalken trugen das gewaltige Reetdach. Der kleine fast quadratische Haubarg mit 4 Ständern hat etwa folgende Maße: Grundfläche ca. 18 bis 24 m, Firsthöhe ca. 14 m, Ständer 4 Stück aus Eiche oder Kiefer, 30 x 30 cm, Höhe der Ständer ca. 8 m, Vierkantgröße ca. 7 x 8 m.

Die noch vorhandenen Haubarge Hochdorf in Tating und der Rote Haubarg in Witzwort haben 8 Ständer, Grundfläche ca. 1.000 qm. Die Balken im Flur des Hochdorfer Haubargs in Tating haben eine Länge von 20 m und eine Stärke von 35 x 35 cm. Die Nord- und Ostseite des Reetdaches können bis zu 100 Jahren, die Süd- und Westseite nur etwa 30 bis 50 Jahre alt werden.

In der Glanzzeit hatte Eiderstedt ca. 450 Haubarge, heute noch ca. 60.

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